Zu den wiederholten Ausfällen von Würdenträgern der Katholischen Kirche erklärt die Sprecherin der BAG queer der PDS, Ralf Buchterkirchen:
In einem Referat vor der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Budapest äußerte sich jüngst der Kölner Erzbischof Meisner gegen „Homosexuelle, Nach-Achtundsechziger, Fortschritts- und Wissenschaftsgläubige, Drogensüchtige und Terroristen”, die der „europäische Mensch” nach seiner Meinung „ausschwitzen müsse”. Mit diesen Äußerungen befindet sich Meisner in guter Gesellschaft mit seinem Vorgesetzten Papst Johannes Paul II. und in Tradition der Katholischen Kirche, die in ihrer Geschichte häufig gegen Andersdenkende und Andersglaubende mobilisierte. Der Reformationstag macht dies nur zu deutlich. An diesem wird an den Thesenanschlag durch den Reformator Martin Luther erinnert, der schließlich die Gründung der Evangelischen Kirche zur Folge hatte. Durch das Verhalten im Nationalsozialismus errang die Katholische Kirche in der neueren Geschichte ebenfalls traurige Berühmtheit.
Die aktuell verbreitete Weltanschauung der Katholischen Kirche stellt eine präsente Gefährdung von Menschenleben dar. Durch die Äußerungen von Papst Johannes Paul II. gegen den Gebrauch von Kondomen, werden jahrelange Bemühungen von UN und Aids-Initiativen insbesondere in Afrika zunichte gemacht. In der Bundesrepublik Deutschland wirkte sich die Präsenz der Katholischen Kirche in einer Verschleppung und Abschwächung der Aussagen eines Antidiskriminierungsgesetzes aus, dass dadurch und durch das mangelnde Interesse der rot-grünen Bundesregierung noch immer keine Umsetzung gefunden hat. Menschen dürfen weiterhin diskriminiert werden.
Die Katholische Kirche täte gut daran, die gerade begonnene Aufarbeitung ihrer Vergangenheit fortzusetzen und nicht in traditionelle Grabenkämpfe gegen Liberalisierung, einen Ausbau des Gesundheitswesens und wissenschaftlichen Forschritt zu verfallen.
|