Am 30.01. diesen Jahres jährt sich zum 70. Mal die Machtergreifung Hitlers. Damit nahm eine Geschichte bis dahin unbekannter Unmenschlichkeit ihren Lauf. Menschen anderer Nationalität, Andersdenkende, Andersglaubende, Andersliebende... wurden verfolgt. Millionen Menschen wurden gefoltert, in Arbeitslager verschleppt, zu Forschungszwecken missbraucht, ermordet. Die ganze Welt wurde in einen Krieg gestürzt.
Zur Erinnerung an diese Verbrechen und zur Mahnung sind Gedenkstätten entstanden. Eine dieser Gedenkstätten ist das ehemalige Konzentrationslager Lichtenburg. In der Lichtenburg wurden überwiegend Frauen, politische Gegner des NS-Regimes, bekannte Persönlichkeiten, Angehörige der KPD, SPD, Christen, Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle eingekerkert. Seit Jahren droht der Verkauf der Lichtenburg und eine Auslagerung der Gedenkstätte in einen kleinen Teil des bisherigen Areals. Opferverbände haben sich wiederholt gegen einen Verkauf ausgesprochen und diese Haltung bei einer Anhörung des Innenausschuss des sachsen-anhaltinischen Landtages am 18.12.2002 noch einmal bekräftigt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung verweisen die Opferverbände auf die überregionale Bedeutung der Gedenkstätte. Ein Verkauf würde einen Beitrag zum Vergessen und damit zur Wiederholung von Geschichte leisten.
Mit Erschrecken nehmen wir wieder rechtsextreme Gewalttaten zur Kenntnis. Zu gut bleiben die Übergriffe auf AusländerInnen in Rostock-Lichtenhagen und anderen Städten und die Anschläge auf Synagogen in Erinnerung. Diesen Januar wurde in Frankfurt (Oder) wieder ein Jordanier verprügelt. Wurzen und Teile der Sächsischen Schweiz wurden von Neonazis zu "national befreiten Zonen" erklärt. Neben den Gewalttaten beunruhigt die Reaktion der "ganz normalen Menschen" - Wegsehen oder sogar Beifall klatschen ist normaler geworden, als die Stimme dagegen zu erheben. Der Terrorismusbekämpfung im Land werden nach und nach Grundrechte geopfert und der Überwachungsstaat praktiziert. Das bedroht immer zuerst auch Menschen die anders sind, z.B. Lesben, Schwule und Transgender.
Auch in der lesbisch-schwulen Szene ist Gewalt und Diskriminierung an der Tagesordnung. Neonazis gibt es auch in der Szene. "Tunte" ist eines der am häufigsten benutzten Schimpfwörter. Viel zu selten merkt man Widerstand, wie vom Bündnis "queer gegen Rechts" bei den Neonaziaufmärschen in Leipzig.
Die Vergangenheit sollte uns lehren, wie wichtig die Menschenrechte als Gut sind und uns ermuntern für sie überall in der Gesellschaft zu streiten, damit so etwas wie im Nationalsozialismus nie wieder eine Chance bekommt.. Gedenkstätten sind dabei genauso wichtig wie unser persönlicher Einsatz für unsere Mitmenschen. Gerade deshalb setzen wir uns auch für den vollständigen Erhalt der Gedenkstätte KZ Lichtenburg ein.
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