Anlässlich der jüngsten Presseveröffentlichungen der "Lesben und Schwulen in der Union" (LSU) zu CDU/CSU-Kanzlerkandidat Stoiber erklärte Alexander Wolter, Bundessprecher der Arbeitsgemeinschaft queer der PDS:
In diesen Tagen fühlen sich immer mehr Unionspolitiker ermuntert, die "liberale" Deckung zu verlassen und einander mit empörenden antischwulen Äußerungen in der Öffentlichkeit zu überbieten. Zugleich ruft der LSU-Vorsitzende in Interviews "konservative Lesben und Schwule" auf, sich nun erst recht im Wahlkampf für den Homofresser auf Platz 1 der schwarzen Liste zu engagieren, um bei Stoiber "ein Umdenken zu bewirken".
Wir dagegen halten Fürstenbekehrung für ein erbärmliches politisches Angebot an emanzipierte Menschen in einer freien Gesellschaft. Es ist unvereinbar mit Selbstwertgefühl und berechtigtem Eigeninteresse der queeren Community. Deutlich wie nie zeigt sich, dass die Bürgerrechte von Lesben, Schwulen und Transgenders einer starken, mobilisierungsfähigen linken Oppositionskraft bedürfen, um nicht zur Verhandlungsmasse abzusinken, wenn es darum geht, wer künftig das Sagen im Lande hat.
Die LSU verliert mit der Unterstützung dieses Kanzlerkandidaten jeden Rest-Anspruch darauf, von der Community ernst genommen zu werden. Sie hat sich mit ihrer Partei aus dem aufgeklärten gesellschaftlichen Diskurs ausgeschlossen.
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