Christliche Rechte bekommt ein Forum auf Staatskosten
Zum Christival in Bremen erklären die BundessprecherInnen der BAG DIE LINKE.queer, Andreas Günther und Monika von der Lippe:
Frau von der Leyen fordern wir mit Nachdruck auf, die Schirmherrschaft für das in Bremen stattfindende Christival zurück zu geben, da eine Unterstützung aggressiver Gruppierungen, die sich gegen Teile der Bevölkerung wenden und sexuelle Diskriminierung propagieren, mit ihrer Funktion als Bundesfamilienministerin unvereinbar ist. Umso mehr, als dass im Rahmen des Christivals die "Therapierbarkeit" von Homosexualität propagiert wird. Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der das Christival übertragen wird, erwarten wir klare Worte der Kritik.
Das Christival, ein mehrtägiges christliches Festival, findet in den kommenden Tagen statt. Es steht unter der Schirmherrschaft der Familienministerin von der Leyen und wird von der Bundesregierung mit 250.000 Euro unterstützt. Schon im Vorfeld hat sich massive Kritik geäußert. Zwar wurde ein Seminar zur „Heilung” von Homosexualität aus dem Programm gestrichen, doch lässt die Zusammenarbeit der Veranstalter mit der Organisation Wüstenstrom und dem „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft", das Homosexualität als eine "Störung" betrachtet "die therapiert werden solle", tief blicken.
Es ist zu befürchten, dass evangelikale Gruppen, die Homosexualität als unnormal ansehen und ihre „Ausübung” als Sünde bezeichnen, das Christival nutzen, um Jugendliche anzusprechen. Weder die Veranstalter des Christivals, noch das Bundesfamilienministerium warnen vor dem Auftreten derartiger Gruppierungen und es ist auch nicht erkennbar, dass Vorkehrungen gegen ihre Anwesenheit getroffen wurden. Außerdem finden sich im Programm Seminare gegen Abtreibung, etwa unter dem Titel „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?”. Wir wenden uns ebenso gegen diese frauendiskriminierenden Debatten und unterstützen das Protestbündnis gegen das Christival in Bremen.
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